Was „läuft im Browser“ wirklich bedeutet
Der Satz steht auf vielen Werkzeugseiten, auch auf dieser. Er ist nur etwas wert, wenn man ihn nachprüfen kann — und das können Sie, ohne uns zu glauben.
Zwei Bauweisen, die von außen gleich aussehen
Serverseitig. Sie wählen eine Datei, der Browser überträgt sie an den Anbieter, dort läuft die Bearbeitung, und Sie laden das Ergebnis herunter. Das ist kein Makel — es ist bei rechenintensiven Umwandlungen oft der einzige praktikable Weg, und seriöse Anbieter nennen eine Löschfrist. Sie müssen dabei allerdings darauf vertrauen, dass diese Frist eingehalten wird, dass die Übertragung sauber gesichert ist und dass niemand dazwischen mitliest.
Im Browser. Die Bearbeitung erledigt JavaScript, das Ihr Browser geladen hat. Die Datei wird von Ihrer Festplatte in den Arbeitsspeicher des Browsers gelesen und das Ergebnis dort erzeugt. Es gibt keine Übertragung, weil es keinen Empfänger gibt.
Von außen ist der Unterschied nicht zu sehen: Beide Bauweisen zeigen eine Ablagefläche, einen Fortschrittsbalken und einen Download. Deshalb hilft nur nachsehen.
Die Prüfung, Schritt für Schritt
Sie brauchen nichts zu installieren. Jeder verbreitete Browser bringt die Entwicklerwerkzeuge mit.
- Öffnen Sie die zu prüfende Seite.
- Drücken Sie F12 (oder Strg+Umschalt+I, am Mac Cmd+Option+I) und wechseln Sie auf den Reiter Netzwerk.
- Wichtig: Die Aufzeichnung muss laufen, bevor Sie die Datei ablegen. Anschließend eingeschaltet, sehen Sie nichts mehr von dem, was Sie prüfen wollten.
- Legen Sie eine unwichtige Testdatei ab und lassen Sie das Werkzeug arbeiten.
- Sehen Sie die Liste durch. Interessant ist die Spalte Größe: Eine Anfrage, die Ihre Datei enthält, ist ungefähr so groß wie die Datei. Filtern Sie zusätzlich auf Fetch/XHR und sehen Sie nach Einträgen mit der Methode POST.
Was Sie sehen werden, auch bei rein lokaler Verarbeitung: die Seite selbst, Stylesheets, Schriften, Symbole und die Programmbibliotheken. Bei umfangreichen Werkzeugen sind das mehrere Megabyte — Texterkennung lädt zum Beispiel ein Spracherkennungsmodell nach. Diese Anfragen gehen alle in eine Richtung: zu Ihnen. Entscheidend ist, ob etwas in die andere Richtung geht.
Ein Test, der gar keinen Zweifel lässt
Wenn Sie es genau wissen wollen: Laden Sie die Seite, warten Sie, bis sie vollständig geladen ist, und trennen Sie dann die Netzwerkverbindung — im Netzwerk-Reiter über den Offline-Modus oder schlicht am Gerät. Legen Sie danach die Datei ab.
Funktioniert das Werkzeug ohne Verbindung weiter und liefert ein Ergebnis, dann kann die Datei das Gerät nicht verlassen haben. Ein serverseitiges Werkzeug bricht an dieser Stelle ab.
Zwei Einschränkungen der Ehrlichkeit halber: Der Offline-Test schlägt auch bei rein lokalen Werkzeugen fehl, wenn eine Bibliothek erst beim ersten Klick nachgeladen wird — laden Sie sie einmal online und wiederholen Sie den Test. Und die Prüfung gilt für den Stand, den Sie gerade geladen haben; sie ist eine Momentaufnahme, kein Vertrag. Genau deshalb ist es besser, wenn Sie sie selbst machen können, statt sich auf einen Satz auf einer Startseite zu verlassen.
Was das für die Werkzeuge hier heißt
Alle PDF-Werkzeuge auf pdf.kukanilea.de arbeiten nach der zweiten Bauweise, mit den offenen Bibliotheken pdf-lib und pdf.js. Auch der Prüfer auf der Startseite tut das: Er liest Ihre Datei, nennt Ihnen Seitenzahl, Textebene, Formularfelder und Metadaten — und danach ist sie wieder fort, ohne dass sie je irgendwo angekommen wäre.
Die Kehrseite gehört dazu: Die Rechenarbeit macht Ihr Gerät. Große Dateien und Texterkennung dauern auf schwacher Hardware spürbar länger als bei einem Anbieter mit einem Rechenzentrum dahinter, und bei 200 MB je Datei ist Schluss, weil der Arbeitsspeicher des Browsers endlich ist.