Was in einer PDF steht, ohne dass man es sieht
Eine PDF trägt fast immer mehr mit sich als das, was auf den Seiten gedruckt ist. Meistens ist das harmlos. Manchmal ist es das Gegenteil.
Was tatsächlich drinsteht
Das PDF-Format sieht ein Info-Wörterbuch und einen XMP-Block für beschreibende Angaben vor. Was ein Programm dort hineinschreibt, entscheidet das Programm — der Standard schreibt es nicht vor. In der Praxis finden sich regelmäßig:
- Autor — oft der Windows- oder macOS-Anmeldename, nicht der Name, den Sie im Impressum führen. „m.schneider-alt“ oder „Praktikant2“ sind reale Funde.
- Titel — bei aus Vorlagen erzeugten Dateien häufig der Titel der Vorlage. Ein Angebot, dessen Titel noch „Angebot Musterfirma final_v3“ lautet, ist eine unfreiwillige Auskunft.
- Ersteller und Produzent — welches Programm in welcher Version die Datei erzeugt hat.
- Erstellungs- und Änderungszeitpunkt — auf die Minute genau. Ein Angebot mit Änderungszeitpunkt 02:14 Uhr erzählt eine Geschichte, die Sie vielleicht nicht erzählen wollten.
- Stichwörter und Kommentare — bei Exporten aus Dokumentenmanagement-Systemen manchmal interne Ablagepfade oder Vorgangsnummern.
Sie sehen davon nichts, wenn Sie die Datei ansehen. In jedem PDF-Betrachter genügt aber ein Blick in die Dokumenteigenschaften — und jedes Auswertungswerkzeug liest die Angaben in Sekunden aus.
Wann das im Büro zum Problem wird
Vier Fälle kommen immer wieder vor:
- Angebote an mehrere Empfänger. Wenn dieselbe Vorlage für Kunde A und Kunde B verwendet wird und der Titel den Namen von Kunde A behält, steht der beim zweiten Empfänger in den Eigenschaften.
- Bewerbungen und Gutachten. Der Autorname verrät, wer die Datei tatsächlich geschrieben hat.
- Unterlagen an Behörden und Gerichte. Änderungszeitpunkte lassen sich mit behaupteten Abläufen vergleichen.
- Veröffentlichungen auf der eigenen Website. Alles, was in der Datei steht, ist damit öffentlich — dauerhaft und für jeden auslesbar.
Umgekehrt gibt es gute Gründe, Metadaten zu behalten: In der Archivierung sind Erstellungszeitpunkt und erzeugendes Programm Teil der Nachvollziehbarkeit, und PDF/A schreibt bestimmte Angaben sogar vor. Metadaten pauschal zu löschen ist deshalb keine Tugend — es ist eine Entscheidung, die zum Zweck der Datei passen muss.
Was Metadaten nicht sind
Ein häufiges Missverständnis: Metadaten zu entfernen macht eine Datei nicht anonym. Der eigentliche Inhalt bleibt, und dort steht meistens deutlich mehr — Briefkopf, Unterschrift, Aktenzeichen, Kundennummer. Auch eingebettete Bilder können eigene Aufnahmedaten samt Koordinaten enthalten, die im PDF-Info-Block gar nicht auftauchen.
Und wenn eine Stelle im sichtbaren Text nicht lesbar sein soll, ist das eine ganz andere Aufgabe: Schwärzen, das hält.
Nachsehen und entfernen
Was in Ihrer Datei steht, zeigt Ihnen der Prüfer auf der Startseite: Datei ablegen, und die hinterlegten Angaben stehen untereinander da — gelesen auf Ihrem Gerät, ohne Übertragung.
Zum Entfernen gibt es das Werkzeug Metadaten entfernen. Es schreibt die Info- und XMP-Felder leer und gibt die Datei zurück. Der Seiteninhalt bleibt unverändert.
Eine Grenze, die dazugehört: Das Entfernen betrifft die Dokumentangaben. Aufnahmedaten innerhalb eingebetteter Bilder werden dabei nicht angefasst. Wenn es darauf ankommt, ist der sichere Weg, die Bilder vor dem Einbetten zu bereinigen.